Fair ist mehr
Rückblende. Am 8. August 2009 empfangen die A-Junioren des SV Lengede in der 1. Runde des Bezirkspokals das Team von BSC Acosta Braunschweig II. Beim Stand von 0:1 starten die Gastgeber einen Angriff. In Höhe der Mittellinie wird der Linksaußen angespielt, der den Ball - unbemerkt vom Schiedsrichter - allerdings erst im Seitenaus annehmen kann. Andre Wrede, in unmittelbar Nähe postiert, weist den Unparteiischen darauf hin, doch der lässt das Spiel fortsetzen. Wenige Sekunden später fällt der vermeintliche Ausgleich. Der Spielleiter erkennt den Treffer an und möchte die Begegnung beim Stande von 1:1 wieder anpfeifen. Erneut versucht Andre Wrede, den Unparteiischen auf sich aufmerksam zu machen. Dieses Mal mit Erfolg. Nach Schilderung des Sachverhaltes durch den Lengeder Trainer revidiert der Schiedsrichter seine Entscheidung und lässt das Spiel beim Stand von 0:1 fortsetzen. Letztlich verliert Andre Wredes Team mit 1:2 und scheidet aus dem Bezirkspokal aus, die Fairness aber hat gewonnen.
Seinen Trainerjob bei den A-Junioren des SV Lengede hat Andre Wrede, Lehrer in Wolfen-büttel, inzwischen berufsbedingt aufgegeben. Er wird seinen ehemaligen Schützlingen aber in guter Erinnerung bleiben, hat er doch mit seinem bemerkenswerten Beitrag zum Fair Play ein nachahmenswertes Beispiel abgegeben. Im Übrigen bleibt er aber weiterhin in der 2. Herren des Vereins aktiv.
Der DFB möchte gemeinsam mit seinen Regional- und Landesverbänden beispielhaftes faires Verhalten auszeichnen. Deshalb hat er gemeinsam mit seinen Regional- und Landes-verbänden unter dem Motto „Fair ist mehr" die Fair-Play-Aktion vor 14 Jahren ins Leben gerufen. Dem Fair Play im Fußball soll so wieder mehr Gewicht verliehen werden.
Fair Play soll Anerkennung auslösen, nicht Unverständnis! Alle Freunde des Fußballs sind deshalb aufgefordert, beispielhaft faires Verhalten an den DFB oder einen der Regional- oder Landesverbände zu melden. Spieler, Trainer, Betreuer, Zuschauer - wer auch immer sich beispielhaft verhalten hat, kann auf attraktive Preise hoffen. Als Hauptgewinn winkt für die Bundessieger, die der DFB aus allen Einsendungen auswählt, eine Einladung zu einem Länderspiel der deutschen Nationalmannschaft mit interessantem Rahmenprogramm. Übri-gens: Jeder, der faires Verhalten meldet, wird ebenfalls mit einem Preis belohnt.
Fairness ist ein unverzichtbarer Bestandteil des Sports im Allgemeinen und damit auch des Fußballs. Vereine besitzen soziale Kompetenz, gerade das Mannschaftsspiel Fußball prägt die Entwicklung junger Menschen. Daraus erwächst die Verantwortung, die ethischen Werte des Spiels nicht kurzfristigem Erfolg zu opfern. Diese ethische Seite des Fußballs wollen der DFB sowie die Regional- und Landesverbände stärken. Durch die Initiative soll erreicht werden, dass faires Verhalten nicht als erfolgshemmendes Element des Spiels bewertet, sondern positiv gesehen wird.
Quelle: nfv.de
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