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28.01.2016, 08:31 Uhr

Harm Osmers begeisterte Zuhörer

Harm Osmers begeisterte Zuhörer - snoa.de
(v.l.) Tobias Zunker, Manuel Kramer, Harm Osmers, Dennis Hohmann, Günter Neumann, Andreas Kreye, Robin Melzer und Uwe Schneider mit einem kleinen Gastgeschenk an Harm Osmers für seinen Besuch in Friesland | © Dieter Engel

Hohen Besuch hatten die friesländischen Schiedsrichter in Neustadtgödens, denn mit Zweitliga-Schiedsrichter Harm Osmers (SV Baden), war ein hochkarätiger Gastreferent im Lehrabend, den Schiedsrichterobmann Günter Neumann vom NFV-Kreis Friesland und ca. 90 Zuhörer begrüßen durften.  

Harm Osmers, der seit 2011 als Zweitliga-Schiedsrichter und Schiedsrichter-Assistent in der 1. Bundesliga zum Einsatz kommt, führte in seinem Referat aus, worauf es bei einer Spielleitung ankommt und welche verschiedenen Facetten diese aufweist.  In 90 Minuten berichtete er, wie der Schiedsrichter auf dem Spielfeld Entscheidungen vertreten kann und ähnliche Situationen unterschiedlich handhaben muss. Auch die Zusammenarbeit mit den Assistenten und dem 4. Offiziellen war eines von vielen Themen. Mit Beispielen aus seinen eigenen Spielen verdeutlichte er seine angesprochenen Themen immer wieder. Nicht nur die Spielweise der Spieler hat sich im Laufe der Jahre verändert.

Auch bei den Schiedsrichtern hat sich in den letzten Jahrzehnten viel getan. Schaut man auf die Laufleistung eines Schiedsrichters von 1954, wo man noch 3 Kilometer unterwegs war, so hat sich dieser Wert fast vervierfacht. Head-Set, Torlinientechnik oder auch Spray sind Hilfsmittel die den Schiedsrichter unterstützen, doch letztendlich ist es immer noch der Mensch, der eine Entscheidung trifft. Diese Entscheidungen werden in der heutigen Zeit aber durch die Medien, innerhalb von Minuten aus jeden Blickwinkel des Stadion genauestens analysiert. Wo der Schiedsrichter innerhalb von Bruchteilen von Sekunden über eine Szene entscheiden muss, haben die Zuschauer vor dem Fernseher die Möglichkeit, mehrfach, und in Zeitlupe, die Aktion zu sehen. 

Die Anforderungen an den heutigen Schiedsrichter sind enorm gestiegen. Die insgesamt 45 Erst-und Zweitligaschiedsrichter sind etwa 80 Tage im Jahr im Einsatz. Dieses umfasst jedoch nicht nur allein die Bundesligaspiele bzw. DFB-Pokal, sondern auch Sommer-und Wintertrainingslager, Zusammenkünfte zu Spielanalysen oder Stützpunktbesuche. „Zwei Mal in der Woche steht ein Lauftraining an, womit ich mich persönlich während der Saison konditionell fit halte.“, ergänzte Osmers. Um alles unter einen Hut zu bringen, arbeitet der 31jährige Diplom-Betriebswirt in Teilzeit. Wie eine Vorbereitung auf einen Spieltag aussieht, schien die aufmerksamen Zuhörer besonders zu interessieren.

Alles beginnt am Montag mit der Spielansetzung, gefolgt von der Spielpaarung am Donnerstag. Die Anreise erfolgt dann einen Tag vor dem Spiel. Etwa 3-4 Stunden vor Spielbeginn trifft dann das Schiedsrichtergespann im Stadion ein. Zwei Stunden nach Spielschluss ist das Gespann noch mit der Aufarbeitung der Begegnung beschäftigt, inklusive einer Videoanalyse mit dem Spielbeobachter. Abschließend wird dem Schiedsrichtergespann ein Video zur Verfügung gestellt, um im Nachgang die Szenen noch einmal für sich zu bewerten.  

Im Anschluss an das Referat stand er dem Publikum dann noch für Fragen zur Verfügung. Hier stand der sympathische Schiedsrichter Harm Osmers Rede und Antwort und wich auch keiner Frage aus. Das Modell des Berufsschiedsrichters findet er persönlich gut, jedoch wäre dieses nicht gleichbedeutend, dass die Leistung der Schiedsrichter sich verbessert.

Über seine Zukunft als Schiedsrichter macht er sich keine Gedanken. Hier können viele Faktoren, wie z.B. Verletzungen, auftreten, die die Karriere schnell beenden. Im öffentlichen Leben wird er kaum erkannt und kann unbehelligt durch Hannovers Innenstadt schlendern.  Zum Abschluss wurde Harm Osmers auch auf das Tor von Robert Lewandowski beim Rückrundenauftaktspiel zwischen dem Hamburger SV und Bayern München angesprochen, wo er als Assistent im Einsatz war. Abseits oder nicht? Harm Osmers lag richtig und das Tor wurde gewertet. „Als ich die Bilder im TV gesehen habe, da war der Abend gerettet.“, schmunzelte Osmers, der nach eigenen Empfinden sehr selbstkritisch mit eigenen Fehlern umgeht. „ Für mich aber auch.“, so eine Stimme aus dem Hintergrund, die für Gelächter sorgte.  

Unter lautem Beifall wurde Harm Osmers dann von den friesländischen Schiedsrichtern verabschiedet. „Wir möchten uns recht herzlich bei dir für deinen Besuch bedanken. Wir durften einen tollen und kurzweiligen Abend mit dir verbringen.  Mein Dank geht auch an Manuel Kramer, der den Kontakt hergestellt hat.“, sagte Günter Neumann und schloss einen gelungenen Lehrabend.  

Dieter Engel
Pressewart

Autor: Redaktion
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