Wie geht es beim VSK weiter?
Derzeit macht sich der Vorstand des Oberligisten VSK Osterholz-Scharmbeck bereits Gedanken, ob er überhaupt eine Lizenz für die kommende Saison in der fünften Liga beantragen soll. Es droht nämlich Ärger mit dem Finanzamt. Vor knapp zwei Wochen durchsuchte die Behörde bereits die Geschäftsstelle des Vereins und die Wohnungen einiger Funktionäre.
Es geht um den Status der VSK-Fußballer und damit um die Frage, ob sie Amateurkicker mit einer Aufwandsentschädigung oder Angestellte des Vereins mit einem Gehalt sind. Kommt das Finanzamt zum Schluss, dass ein Arbeitsverhältnis besteht, dürften auf den Verein Steuernachzahlungen zukommen. Weshalb sich der VSK in einer durchaus ungewissen Situation befindet. Die Beteiligten aber müssen planen, und deshalb ließ Trainer Günter Hermann bereits durchblicken, dass er innerhalb der kommenden zwei Wochen wissen möchte, wohin die Reise geht.
An der Zukunft arbeitet er trotzdem: Mit Florian Alexander (Land Wursten) und Mark Tietjen (Bremer SV) verpflichtete Hermann zwei Zugänge. Zerschlagen hat sich dagegen der Wechsel von Florian Stütz von Werder III. Der Mittelfeldspieler entschied sich nun doch gegen den Abschied vom Bremen-Ligisten. Zudem war bis zum Schluss fraglich, ob Werder ihm überhaupt eine Freigabe erteilt hätte. Bei Josip Jurcevic - erst im Sommer von Werder nach Osterholz-Scharmbeck gewechselt - lief es umgekehrt. Hier hatte sich der Spieler vor einigen Wochen in Richtung TSV Ottersberg verabschiedet, dann allerdings keine Freigabe vom VSK erhalten. Jurcevic wird nun sechs Monate gesperrt.
Trotz des drittletzten Tabellenplatzes braucht sich der VSK um die sportliche Qualifikation übrigens nicht zu sorgen. Weil mit Kickers Emden und Eintracht Nordhorn zwei Klubs Insolvent sind, ist der Rest der Vereine bei nur einem Regelabsteiger längst gesichert. Geht der VSK unbeschadet aus der Steuerprüfung hervor, steht einer Zukunft in der Oberliga also nichts im Weg.
Text: Stefan Freye