VfB Oldenburg wackelt
Das war wahrlich nicht die Woche des VfB Oldenburg. Zuerst gab es im Derby gegen den BV Cloppenburg nach einer total verschlafenen ersten halben Stunde (0:3) eine 2:3-Heimschlappe, dann ging man am Dienstag bei der Suche nach einer Last-Minute-Verstärkung für den Sturm leer aus, und schließlich zog sich Daniel Isailovic am Mittwochabend im Training als mittlerweile dritter Stammspieler binnen zwei Wochen eine schwere Knieverletzung zu. Wie Tillmann Koch und Eike Noparlik muss der 26-jährige Außenverteidiger wegen eines Kreuzbandrisses ein halbes Jahr lang pausieren.
Damit drohen die hochgesteckten Saisonziele des Fußball-Oberligisten - Aufstieg und Erreichen der Hauptrunde im DFB-Pokal - bereits früh in weite Ferne zu rücken. „Wir haben zurzeit die Seuche", weiß VfB-Trainer Torsten Fröhling und fügt hinzu: „So bitter es ist, wir müssen da jetzt irgendwie durch. Ich hoffe, dass wir durch diese ganzen Rückschläge noch mehr zusammenwachsen."
Von einer notgedrungenen Kurskorrektur wollte Fröhling indes noch nichts hören - wohl wissend, dass die Blauen nun vor einer Woche der Wahrheit stehen. Nach dem Auswärtsspiel an diesem Sonntag (15 Uhr, Stadion Wilschenbruch) bei Hansa Lüneburg kämpfen die Oldenburger am Mittwoch (18 Uhr, Marschwegstadion) gegen den Ligarivalen Goslarer SC um den Einzug ins Halbfinale des NFV-Pokals. Nächster Heimgegner in der Oberliga ist nur vier Tage später Titelaspirant BSV Rehden.
„Keine Frage, wir stehen unter Erfolgsdruck, und der September muss trotz der widrigen Voraussetzungen unser Monat werden", gibt Fröhling sich keinen Illusionen hin. „Es wird schwer, aber einfach kann ja jeder!"
Schon die Remis-Könige aus Lüneburg (vier Spiele, vier Punkte, 7:7 Tore) sollten die VfBer nicht unterschätzen, da mehrere Akteure mit Regionalliga-Erfahrung zum Kader gehören - allen voran die Stürmer Luc Ndjock (Goslar) und Dennis Tornieporth (Hessen Kassel). „Sie sind hinten durchaus anfällig, aber gehen nach vorne ein hohes Tempo - und das von Beginn an", hat Fröhling seine verbliebenen Spieler mit Blick auf das Derby vor einem unerwünschten Déja-vu-Erlebnis gewarnt.
Doch wie verkraftet der VfB den Ausfall von vier Leistungsträgern? Schließlich muss auch Innenverteidiger Tim Petersen nach einer Knie-OP noch drei Wochen pausieren. Derweil dürfte David van der Leij (Fersensporn) in Lüneburg ebenso ausfallen wie Andreas Bitter (Leisten-OP), Dejan Horvat (Nierenprobleme) und Nermin Becovic. Letzterer hatte sich nach einem Autounfall gerade erst wieder ans Team herangekämpft, verletzte sich jedoch unter der Woche genau wie Isailovic bei einer unglücklichen Aktion im Training.
„Es ist wie verhext", sagt Fußball-Lehrer Fröhling, der in Anbetracht der enormen Häufung von Verletzungen mögliche Rückschlüsse auf vermeintliche Versäumnisse in der Saisonvorbereitung kategorisch ausschloss. „Das sind ja keine Muskelverletzungen, das sind Unfälle und ganz viel Pech."
Für Isailovic dürfte schon in Lüneburg Dave Otto (Rotsperre abgesessen) in die Viererkette rücken, während Alexander Tschalumjan im Sturm Noparlik ersetzen könnte.
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