Sebastian Schütte paukt mit Frank Rost - snoa.de
28.01.2012, 11:28:35 Uhr

Sebastian Schütte paukt mit Frank Rost

Ein cleverer Taktik-Papst, ein früherer Junioren-Nationaltrainer und ein mit allen Wassern gewaschener Profitorwart – wer in dem Umfeld nichts lernt, ist selbst schuld. Sebastian Schütte jedenfalls spricht begeistert von den Chancen, die sich ihm bieten. Seit Anfang Dezember absolviert der Coach der U 19 des VfL Oldenburg den Trainerlehrgang für die A-Lizenz beim Deutschen Fußball-Bund (DFB).

In der Sportschule Hennef im Rheinland drückt er seit einigen Wochen wieder die Schulbank. Die drei Seminare dauern jeweils eine Woche. In den Zwischenphasen heißt es pauken. „Wir bekommen Hausaufgaben auf, das ist schon ein ganz schöner Packen“, erzählt der 28-Jährige.

Die Dozenten Ralf Peter, der Taktik-Papst, und Bernd Stöber, der Ex-Juniorennationalcoach, fordern den Trainer-Nachwuchs gewaltig. „Die haben eine Menge drauf und zeigen uns in Theorie und Praxis, was alles möglich ist“, berichtet Schütte. Seine 28 Mitschüler stammen zum Teil aus den Jugend-Leistungszentren der Bundesligisten, aber auch einige Ex-Profis büffeln für den Trainerschein.

Einer von ihnen ist zum Beispiel Frank Rost, der mit allen Wassern gewaschene Torwart. Der frühere Bundesliga-Keeper von Werder Bremen, Schalke 04 und Hamburger SV steht nun für die New York Red Bulls zwischen den Pfosten. Die Pause in der nordamerikanischen Profiliga nutzt er für den Lehrgang.

„Gerade von den Profis kann man eine Menge aufschnappen, die aber auch von uns“, sagt Schütte und gerät regelrecht ins Schwärmen: „Es macht Spaß, miteinander über Fußball zu philosophieren.“ Denn im Gegensatz zu den Profikickern wie Rost oder auch Vahid Hashemian (Hannover 96, Bayern München) kann Schütte beim gemeinsamen Grübeln und Pauken bereits von eigenen Erfahrungen an der Seitenlinie berichten. Der Oldenburger stieg mit den A-Junioren des VfL im Sommer in die Bundesliga auf und coacht die Mannschaft nun im Oberhaus des Nachwuchsbereiches.

Die Rückrunde startet im Februar. Fast zeitgleich mit den Prüfungen in Hennef. Schriftlich, mündlich und in Form einer Lehrprobe müssen die Teilnehmer zeigen, was sie gelernt haben. Der DFB verlangt viel von seinen Lizenztrainern. „Man muss sich intensiv darauf vorbereiten. Die sieben gewaltig aus“, hat Schütte festgestellt. Denn nur wer jetzt besteht, kann dann auch die höchste Stufe erklimmen: Die Ausbildung zum Fußball-Lehrer. Eine Option für den Oldenburger Nachwuchscoach? „Ich möchte im Fußball soviel wie möglich erreichen, aber ich bin noch jung und mache mir keinen Druck“, antwortet er.

Die aktuelle Dreifachbelastung aus Beruf, Trainertätigkeit und Weiterbildung nimmt der Betriebswirt gelassen. Stattdessen hofft er, schon kurzfristig von seinem Lehrgang zu profitieren: Nur zu gerne möchte er als frischgebackener A-Lizenztrainer den (allerdings fast aussichtslosen) Klassenerhalt mit der U 19 des VfL schaffen.

Text: Oliver Bloch

 
Autor: NWZ Sportredaktion
 


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